Nanotechnik erobert hinter unserem Rücken die Welt!

Nanoteilchen. Sie erobern immer mehr unseren Markt und machen auch bei unserer Ernährung nicht Halt. Große Konzerne erhoffen sich dadurch riesige Gewinne, Forscher arbeiten an einer neuen Food-Generation, dem sogenannten "Nanofood". Nanofood wäre zb. eine Pizza, die bei 300 Watt in der Mikrowelle eine rotfarbene Margharita werden würde, bei 400 Watt grün, und nach Spinat schmeckt. Oder wie wäre es mit einem Milchshake, der je nach Stärke des Schüttelns anch Banane oder Erdbeere schmecken würde? Diese Nanofoods gibt es derzeit noch nicht im Handel, sind aber dabei entwickelt zu werden. Trotzdem gibt es sie schon: Die Nanoteilchen in unserer Ernährung und vielen weiteren Bereichen...

Winzige Nanokapseln wirken als Geschmacksträger, Konservierungsstoff, schleusen künstliche Nährstoffe in die Nahrung, oder verhindern, dass Schokolade in der Sonne zu schnell schmilzt. Auch in Sonnencremes, Nahrungsergänzungsmitteln und Zahnpasten finden sich Nanopartikel im Zusatzstoff Titandioxid (fungiert als Deckweiss).

Was vielleicht weniger bekannt/bewusst sein dürfte und für die Veganer insbesondere interessant, aber auch nahezu unlösbar werden dürfte: Produkte mit Nanoteilchen sind NICHT Tierversuchsfrei, und somit NICHT vegan! Damit würden viele Produkte wegfallen, die eigentlich vegan wären. Selbst Frischhalteboxen, Kleidung, Kühlschränke, Fenstergläser und mehr sind heutzutage möglicherweise mit Nanoteilchen ausgestattet, ohne, dass man das ahnen könnte. Nanosilber z.b. wirkt antibakteriell und wird mittlerweile unzähligen Produkten zugesetzt. Im Bereich Ernährung werden beispielsweise Ketchup, Gemüsebrühen und Puderzucker genannt, um die Riesel- und Fließeigenschaften zu verbessern, oder finden sich in Backwaren und Erfrischungsgetränken wieder. Auch in Lebensmittelverpackungen selbst finden sie sich wieder. Ja, selbst in der Landwirtschaft werden zunehmend Produkte auf Nanobasis eingesetzt! Derzeit gibt es keinerlei Kennzeichnungspflicht. Die in der veganen Szene beliebte B12 Zahnpasta von Sante ist somit ebenfalls nicht vegan, da sie Titandioxid enthält. Sante selbst ist es völlig wurscht, ob Nanoteilchen kritisch zu betrachten sind. Ich hatte ihnen deshalb mal geschrieben. Deren Antwort lautete: Totandioxid und Nanotechnik ist in Biokosmetik nicht verboten, deshalb spräche nichts dagegen, dies auch anzuwenden. Punkt, Schluß! Möglicherweise würde es sie aber interessieren, würden sie Gewinneinbußen verzeichnen müssen, wenn die vegane Kundschaft weg fiele?

Das wirklich Schlimme an der ganzen Misere ist jedoch, dass Nanoteilchen noch immer nicht auf ihre Unbedenklichkeit bzw. Gefährlichkeit hin erforscht wurde. Es wurde auf Mensch und Umwelt losgelassen, ohne abschätzen zu können, ob es schädlich ist! Einige neuere Forschungsregebnisse sprechen jedoch sehr dafür, werden von der Politik jedoch einfach ignoriert. Gesundheitliche Risiken bestehen darin, dass sie so klein sind, dass sie durch die Darmwand ins Blut, und durch die Blut-Hirn-Schranke ungehindert ins Gehirn wandern können. Dort können sie großen Schaden anrichten. Auch gelangt immer mehr davon in unsere Umwelt, und entfaltet seine vermutlich schädlichen Wirkungen mehr und mehr. Dort reichern sie sich an, vermutlich genauso, wie in unserem Körper. Das Umweltbundesamt in Österreich schreibt z.b.:

"Nanomaterialien sind definitionsgemäß kleiner als 100 nm, woraus ein sehr großes Oberflächen-zu-Volumen-Verhältnis resultiert. Dadurch ergeben sich für viele Stoffe völlig neue physikalische und chemische Eigenschaften und eine erhöhte Reaktivität. Mit anderen Worten, toxikologische Bewertungen von Stoffen lassen keine Rückschlüsse auf deren "Verwandte auf der Nanometer-Skala" zu ... Denn Nanomaterialien stellen das Paradigma der Toxikologie "Allein die Dosis macht die Wirkung" (Paracelsus) in Frage, da die Wirkung von Nanomaterialien mehr von der Anzahl der Partikel bzw. der Gesamtoberfläche aller Partikel bestimmt wird, als von der Dosis selbst. ... Zur Routine-Messung von physikalischen und chemischen Eigenschaften von Nanopartikeln müssen hingegen passende Methoden erst entwickelt werden. Weiters müssen für Routine-Expositionsmessungen (z.B. am Arbeitsplatz, in der Umwelt) - als Grundlage für eine Abschätzung des Risikos und des Einsatzes von risikoreduzierenden Maßnahmen - Geräte entwickelt werden. Die Schaffung von gesetzlichen und methodischen Grundlagen zur Abschätzung der langfristigen Folgewirkungen der Nanotechnologie auf Mensch und Umwelt ist die Voraussetzung, um einen sicheren Umgang mit Nanomaterialien und den dadurch eröffneten Vorzügen zu ermöglichen."

Die Nanotechnologie ist gewiss sehr spannend und ermöglicht viele Neuerungen und Fortschritte in vielen Bereichen, z.b. in der Medizintechnik. Doch solange sie nicht ausgiebig erforscht und nach dieser ausgiebigen Testung für unschädlich für Mensch und Umwelt erklärt werden könnte, ist es ein Verbrechen, diese auf Mensch und Umwelt loszulassen. Noch dazu in rasender Geschwindigkeit mehr und mehr und mehr!
Selbst das Fraunhoferinstitut, welches im Nanobereich ausgiebige Forschung betreibt und sich im Großen und Ganzen positiv über Nanoteilchen auslässt, gibt zu: "Es bestehen noch erhebliche Wissenslücken und methodische Defizite bei der Abschätzung der möglichen Gesundheitsgefährdungen für den Menschen. Im Fraunhofer-Verbund Life Sciences ist daher ein Ansatz, den wir in Bezug auf das Toxizitäts-Screening verfolgen, die Entwicklung und Validierung von In-vitro-Testsparallel zum In-vivo-Experiment"

Es gibt also noch keine aussagekräftigen Tests, die die Wirkung von Nanotechnik tatsächlich einschätzen könnten. Nanotechnik wird aber seit vielen Jahren zunehmend eingesetzt!

Quellen u.a.:
Umweltjournal.de
agstg.ch
planet-wissen.de

Auch interessant in dem Zusammenhang ist die Studie vom BUND über Nanosilber, deren Erkenntnisse in einer pdf einzusehen sind. Zu finden ist Diese als pdf HIER.

3.3 Umwelttoxizität
"Silber ist, nach Quecksilber, das giftigste Schwermetall für tierische und pflanzliche Wasserlebewesen. Silber wirkt in sehr niedrigen Konzentrationen giftig auf Fische und Krebse sowie auf Algen und weitere Wasserpflanzen. Auch Bakterien, wie die Stickstoff fixierenden Bodenbakterien, reagieren sehr empfindlich. Dabei erfolgt die biozide Wirkung bereits bei Konzentrationen, die deutlich unterhalb der Wirkgrenzen anderer Schwermetalle liegen. Die Mehrzahl dieser Untersuchungen wurde mit gelöstem Silber durchgeführt (Silber liegt als Ion vor). Die Untersuchungsergebnisse zu klassischen Silberverbindungen sind nur bedingt aussagekräftig, da Nanopartikel andere Eigenschaften aufweisen. Die nicht sehr zahlreichen Untersuchungen lassen jedoch annehmen, dass Nanosilber eine im Vergleich zu anderen Formen des Silbers gesteigerte Schadwirkung entfalten kann. Dies konnte unter anderem mit einer Studie an Daphnien gezeigt werden: Bezogen auf die eingesetzte Menge war die Giftigkeit von Nanosilber deutlich höher als die Giftigkeit von metallischem Silber in der Mikroform."

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Kommentare: 3
  • #1

    Armin Köhler (Dienstag, 19 März 2013 13:08)

    Danke für den informativen Beitrag - und auch für die Hinweise bezüglich Nanosilber...

  • #2

    Tinchen Pralinchen (Dienstag, 19 März 2013 13:59)

    Ich habe den Beitrag zur Diskussion in unsere vegane Gruppe gestellt. Ich bin auf die Reaktionen gespannt und halte dich auf dem Laufenden. Die Info zur Vitamin B12 Zahnpasta von Sante werde ich nach recherchieren. Aber: jedes Tier, jedes Ei und jeder Schluck Milch, den wir nicht konsumieren minimiert die Tierqual und die Tiertötungen. Veganer versuchen sich einem Ideal zu nähern, während andere nichts tun und wegschauen.

  • #3

    eattherich (Dienstag, 19 März 2013 14:11)

    Liebe Tinchen Pralinchen,
    Danke erstmal fürs Lesen und auch ich bin gespannt, was bei der Disskusion raus kommt (welche Gruppe ist es?). Der Punkt ist, dass gerade bei der Zahnpasta komplett darauf verzichtet werden könnte. Das Titandioxid darin hat lediglich die Funktion von Deckweiss, also macht die Zahnpasta strahlend weiss, um zu suggerieren, dass man damit strahlend weisse Zähne bekommt (was natürlich bekloppt ist). Ich will wenn, dann strahlend weiße Zähne und nicht strahlend weiße Zahnpasta mit Nanopartikeln (und produktionsbedingt Schwermetallrückstände sowie Biogene Amine, worauf ich ebenfalls reagiere). Also: Nichts leichter als das!!!! Darauf kann man wirklich verzichten!

    Huhu Armin, Danke für Deinen lieben Kommentar :)

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